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Rechtsschenkelblock

Der Rechtsschenkelblock ist ein unifaszikulärer Block im Bereich des rechten Tawara-Schenkels. Aus diesem Grunde läuft die Ventrikelerregung zunächst über den linken Tawara-Schenkel und der rechte Ventrikel wird erst verspätet von der Erregung erreicht.

Häufigkeit

Der komplette Rechtsschenkelblock (siehe unten) ist die häufigste Form des Schenkelblocks und besteht bei 5-6 % der über Siebzigjährigen.

Ursachen

Neben strukturellen Veränderungen als Ursache kann der komplette Rechtsschenkelblock auch ohne organische Herzerkrankung vorkommen.

Der inkomplette Rechtsschenkelblock ist eine häufige Normvariante.

EKG-Befund

Kompletter Rechtsschenkelblock

QRS-Komplex: QRS-Breite > 120 ms, oberer Umschlagpunkt (endgültige Negativitätsbewegung) nach mehr als 30 ms in V1-3

ST und T: Häufig bestehen Erregungsrückbildungsstörungen im Sinne von ST-Senkungen oder diskordanten T-Wellen. Ein konkordantes T in V1 kann ein Hinweis auf eine Ischämie sein.

Inkompletter Rechtsschenkelblock

QRS-Komplex: QRS-Breite zwischen 100 und 120 ms, oberer Umschlagpunkt (endgültige Negativitätsbewegung) nach mehr als 30 ms in V1-3

ST und T: Erregungsrückbildungsstörungen können wie beim kompletten Rechtsschenkelblock bestehen, sind jedoch meist weniger ausgeprägt.

Beispiel

QRS-Dauer 160 ms. Während der obere Umschlagpunkt in V6 sehr rasch nach kurzem R-Aufstrich erreicht wird, ist selbiger in V1 deutlich verspätet, womit es sich um einen kompletten Rechtsschenkelblock handelt. Die ST-Strecken und T-Wellen zeigen deutliche Erregungsrückbildungsstörungen, die in dieser Situation keinen direkten Hinweis auf eine Ischämie darstellen.

 

 

 

Literatur

Hamm CW. Checkliste EKG. Thieme 2007

Horacek T. Der EKG-Trainer. Thieme 2007

 


Kategorie: EKG

 

Letzte Änderung: 09.07.2008