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Fieber

Normale Körpertemperatur

Die Regulation der Körpertemperatur erfolgt im Hypothalamus, wobei ein Gleichgewicht zwischen der Wärmeproduktion aus der metabolischen Aktivität (vor allem in Muskulatur und Leber) und der Wärmeabgabe (über Haut und Lunge) angestrebt wird.

Die mittlere (oral) gemessene Körpertemperatur beträgt 36,8 ± 0,4 °C, wobei mit einer täglichen Variation von rund 0,5 °C niedrigere Werte am Morgen und höhere Werte am späten Nachmittag zu beobachten sind. Die 99. Perzentile der normalen Körpertemperatur liegt daher morgens bei 37,2 °C und nachmittags bei 37,7 °C. Auch bei Fieber sind Temperaturschwankungen im Tagesverlauf zu verzeichnen, nicht jedoch im Rahmen einer Hyperthermie (s. u.).

Fieber

Bei Fieber handelt es sich um einen Anstieg der Körpertemperatur auf Basis einer Erhöhung des hypothalamischen Stellwerts. Dies geschieht insbesondere im Rahmen von Infektionen unter Vermittlung einer Vielzahl von Mediatoren (Pyrogenen), kann aber auch durch Traumen, Blutungen oder Raumforderungen im Bereich des Hypothalamus hervorgerufen werden (wobei in diesem Zusammenhang jedoch häufiger subnormale, seltener supranormale Temperaturen auftreten). Der Organismus versucht dabei diesen höheren Temperaturstellwert durch eine Verminderung der Wärmeabgabe (Vasokonstriktion, Kälteempfinden und damit subjektiver Drang zu stärkerer Bekleidung) als auch eventuell durch Steigerung der Wärmeproduktion (in der Extremform als Schüttelfrost) zu erreichen.

Die Körpertemperaturen, die dabei zustandekommen, liegen selten über 41 °C. Sollten mehr als 41,5 °C erreicht werden, spricht man von einer Hyperpyrexie.

 

Weitere in der Praxis anzutreffende Nomenklatur:

< 38 °C ... subfebrile Temperatur

> 38 °C ... Fieber

 

Fieber unklarer Genese

Fieber unklarer Genese (fever of unknown origin, FUO) liegt erst dann vor, wenn Fieber für mindestens 3 Wochen besteht und eine mindestens einwöchige stationäre Abklärung keine Diagnose erbringen kann.

Pathophysiologische Bedeutung von Fieber

Es bestehen keine Hinweise, dass Fieber die Genesung unterstützt. Fiebersenkende Maßnahmen sind nicht mit Nachteilen verbunden.

Häufigste Ursachen von Fieber

Infektionen: 30 - 40 %

Malignome: 20-30 %

Kollagenosen, Vaskulitiden: 10-15 %

 

Hyperthermie

Eine Abgrenzung von Fieber muss gegenüber einer Hyperthermie erfolgen, bei der die Körpertemperatur aufgrund einer inadäquaten Wärmeabgabe ansteigt und nicht durch die Veränderung des hypothalamischen Stellwerts.

Dies ist insbesondere im Rahmen eines Hitzschlags anzutreffen, der typischerweise bei körperlicher Betätigung bei hoher Umgebungstemperatur bzw. hoher Luftfeuchtigkeit (die die Wärmeabgabe durch Verdunstung an der Haut behindert) auftritt. Ohne körperliche Betätigung keine eine hohe Umgebungstemperatur ebenfalls zu einem Hitzschlag führen, wenn eine Dehydrierung vorliegt.

Daneben ist überdies eine arzneimittelinduzierte Hyperthermie anzuführen, die vor allem in Zusammenhang mit trizyklischen Antidepressiva, Amphetaminen, MAO-Inhibitoren, Kokain, neben einer Reihe weiterer Substanzen auftritt.

Ein besonderes Charakteristikum der Hyperthermie besteht darin, dass antipyretische Medikamente (deren Wirkung auf einer Normalisierung der hypothalamischen Stelltemperatur beruht) ohne Effekt bleiben.

Literatur

Dinarello CA. In: Fauci AS. Harrisons Innere Medizin. ABW Wissenschaftsverlag 2005

 


Kategorie: Krankheitsbilder

 

Letzte Änderung: 31.05.2008