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LKF-System

Das System der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung (LKF) dient der Abrechung von stationären Krankenhausaufenthalten auf der Basis von erbrachten medizinischen Leistungen bzw. von festgestellten Krankheiten. Dies stellt damit eine Abkehr vom früher angewendeten Pflegetagvergütungssystem dar, in dem ein Krankenhausaufenthalt ausschließlich nach der Zahl der Pflegetage abgegolten wurde, unabhängig von der zugrundeliegenden Erkrankung oder den erbrachten Leistungen.

Finanzierungsbereiche

Innerhalb des LKF-Systems werden zwei Finanzierungsbereiche unterschieden:

Voraussetzungen

Grundlage für ein derartiges leistungsorientiertes System ist eine einheitliche medizinische Dokumentation.

Diagnosen

Zur Erfassung der Krankheitsbilder dient die International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD) der World Health Organization (WHO) in der 10. Revision (ICD-10), wobei durch das Bundesministerium für Gesundheit eine Anpassung an österreichische Verhältnisse (auf Grundlage der vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) herausgegebenen deutschsprachigen Version) erfolgte. Derzeit gültig ist die Auflage aus dem Jahr 2001 (ICD-10 BMSG 2001).

Leistungen

Zur Erfassung von medizinischen Leistungen dienen eigenentwickelte Leistungskataloge (Medizinische Einzelleistungen).

Alter

Bei bestimmten Erkrankungen wird überdies das Patientenalter (als ein Indikator für den Schweregrad) für die Abrechnung herangezogen.

Struktur

Auf der Basis der einheitlich erfassten Diagnosen und medizinischen Leistungen erfolgt die Zuordnung jedes einzelnen Krankenhausaufenthalts zu einer Hauptdiagnosegruppe (HDG) bzw. Medizinischen Einzelleistungsgruppe (MEL-Gruppe). Aus diesen werden schließlich leistungs- und diagnoseorientierte Fallgruppen (LDF) abgeleitet, wobei für jede dieser Fallgruppen eine Gesamtpunkteanzahl (gleichbedeutend mit Fallpauschale) definiert ist (bestehend aus einer Tages- und einer Leistungskomponente). Derzeit sind 230 Hauptdiagnosegruppen, 213 Medizinische Einzelleistungsgruppen und 891 leistungs- und diagnoseorientierte Gruppen (davon 415 leistungsbasiert und 476 krankheitsbasiert) vorgesehen.

Liegt die tatsächliche Aufenthaltsdauer innerhalb der für die jeweilige Fallgruppe charakteristischen Aufenthaltsdauer, wird ein Basispunktewert vergeben (Pauschalwert), der grundsätzlich für alle Krankenanstalten gleich groß ist. Modifikationen sind jedoch in folgenden Fällen möglich:

In bestimmten medizinischen Teilbereichen erfolgt dagegen nach wie vor eine tageweise Bepunktung ohne zusätzliche Leistungserfassung (psychiatrische Tageskliniken, Akutgeriatrie/Remobilisation, Palliativmedizin, Akut-Nachbehandlung von neurologischen Patienten).

 

Schließlich erfolgt die tatsächliche geldmäßige Abrechnung des Krankenhausaufenthalts anhand der solcherart ermittelten Punktwerte.

Literatur

Bundesministerium für Gesundheit und Frauen. Die Funktionsweise des österreichischen LKF-Systems. 2004

Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend. Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung - Modell 2008. 2007

Links

Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend: Krankenanstalten – selbstständige Ambulatorien – Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung (LKF)

Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) - www.dimdi.de

World Health Organization: ICD

 


Kategorie: Medizinökonomie

 

Letzte Änderung: 20.07.2008