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Kristalloide Lösungen

Kristalloide Lösungen enthalten ausschließlich Elektrolyte. Die Verteilung erfolgt im gesamten Extrazellulärvolumen, somit verbleibt nur ein Viertel des zugeführten Volumens intravasal.

NaCl (0,9 %)

 

Na+ 154 mmol/l
Cl- 154 mmol/l
Osmolarität 308 mosmol/l

 

Somit entspricht die 'physiologische' Kochsalzlösung diesem Attribut nur hinsichtlich der Osmolarität, wohingegen der Gehalt an Chlorid den Normalbereich im Plasma (95-110 mmol/l) weit übersteigt.

Ringer-Laktat

= Hartmann-Lösung

 

Na+ 131 mmol/l
K+ 5 mmol/l
Ca2+ 2 mmol/l
Cl- 112 mmol/l
Laktat 28 mmol/l
Osmolarität 273 mosmol/l

(Geringe Unterschiede bei den verschiedenen Herstellern.)

 

Ringer-Laktat entspricht in der Elektrolytzusammensetzung weitgehend dem Plasma. Laktat dient zur Auffüllung der in dieser Lösung bestehenden 'Anionenlücke', d. h. der Differenz zwischen den Kationen Natrium, Kalium und Calcium (138 mmol/l) und dem einzigen Anion Chlorid (112 mmol/l) zur Erreichung der in jeder Lösung erforderlichen Elektroneutralität. (Die hier anzutreffende Differenz zwischen den Kationen (138 mmol/l) und Anionen (140 mmol/l) ist zurückzuführen auf die Zweiwertigkeit von Calcium, womit ein Molekül (Ca2+) in der Lage ist 2 Anionen (z. B. 2 Cl-) zu binden.)

Das auf diesem Wege infundierte Laktat wird metabolisiert (überwiegend in der Glukoneogenese, ein geringerer Anteil wird direkt oxidativ verwertet), wobei für jedes Molekül Laktat ein Proton (Wasserstoff-Ion) verbraucht wird. Dieses stammt aus der Dissoziation von Wasser, womit ein Hydroxyl-Ion (OH-) zurückbleibt, das seinerseits mit Kohlendioxid (CO2) Bikarbonat (HCO3-) bildet. Insgesamt weist damit die Zufuhr von Laktat einen alkalisierenden Effekt auf.

Mit einer Osmolarität von 273 mosmol/l ist Ringer-Laktat im Vergleich zu Plasma deutlich hypoton. Damit ist diese Lösung insbesondere beim Schädel-Hirn-Trauma oder bei Eingriffen am ZNS kontraindiziert, wo die durch Ringer-Laktat-Zufuhr hervorgerufene Abnahme der Plasmaosmolarität entlang des Konzentrationsgradienten über die Blut-Hirn-Schranke (die für Elektrolyte weitgehend nicht durchlässig ist) zu einer Verschiebung von Wasser führt und somit ein Hirnödem begünstigt.

Ringer-Lösung

 

Na+ 154 mmol/l
K+ 4 mmol/l
Ca2+ 2,7 mmol/l
Cl- 163 mmol/l
Osmolarität 320 mosmol/l

(Geringe Unterschiede bei den verschiedenen Herstellern.)

 

Ringer-Lösung ist gering hyperton, womit die für Ringer-Laktat geltenden Kontraindikationen nicht zutreffen. Dem gegenüber steht jedoch der sehr hohe Chloridanteil von 163 mmol/l.

Literatur

White SA. Is Hartmann´s the solution? Anaesthesia 1997; 52(5): 422-427

 


Kategorie: Pharmakologie

 

Letzte Änderung: 14.04.2008