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Eisenhaushalt

Eisen-Gesamtbestand 4-5 g, davon 70 % im Hämoglobin gebunden.

Resorption: in Duodenum und Jejunum im Gleichgewicht mit dem täglichen Verlust von 1 mg, entsprechend rund 10 % des Eisenangebots in der Nahrung. Bei Mangel kann die Resorption auf bis zu 50 % des Angebots gesteigert werden.

Transport: im Plasma gebunden an Transferrin, dessen Kapazität im Allgemeinen nur zu 30 % ausgenutzt ist.

Speicherung: als Ferritin (mobilisierbar) und Hämosiderin

Diagnostik

Ferritin

Wichtigster Parameter zur Beurteilung des Eisenhaushalts. Erlaubt die Erkennung einer Speicherentleerung (latenter Eisenmangel) bereits vor dem Auftreten einer Anämie.

Referenzbereich: 10-120 µg/l

Werte < 10-15 µg/l gelten als sicherster Nachweis eines Eisenmangels.

Eisen

Eine isolierte Bestimmung von Eisen ist nicht aussagekräftig. Bedeutung insbesondere zur Berechnung der Transferrinsättigung (siehe unten).

Referenzbereich: 7-29 µmol/l

Transferrin

Reagiert auf einen Eisenmangel erst bei Erschöpfung der Speicher (Ferritin).

Referenzbereich: 200-360 mg/dl

Verminderte Werte: Eisenmangel, Eisenverteilungsstörung (Infektion, chronische Entzündungen).

Erhöhte Werte: Hämolyse, megaloblastäre Anämien

Als isolierter Parameter diagnostisch nicht verwertbar, sondern nur im Zusammenhang mit der Transferrinsättigung:

 

 

Referenzbereich: 15-45 %

Retikulozyten

Referenzbereich: 0,5-2 %

 

Eisenmetabolismus bei kritischer Erkrankung

Insbesondere Ferritin ist ein Entzündungsprotein, das vermehrt unter dem Einfluss von proinflammatorischen Mediatoren (wie Interleukin-1 und Tumor-Nekrose-Faktor) produziert wird. Dies führt zu einer Sequestrierung von im Organismus vorhandenem Eisen, sodass weniger Eisen für die Erythropoese zur Verfügung steht und einen funktionellen Eisenmangel zur Folge hat.

Typische Konstellation bei schweren Krankheitszuständen:

Serum-Eisen < 9 µmol/l

Transferrin < 300 mg/dl

Transferrinsättigung 10-20 %

Ferritin > 300 µg/l

 

Im Rahmen eines solchen funktionellen Eisenmangels bei kritischer Krankheit ist somit Ferritin nicht geeignet, den Eisenhaushalt einzuschätzen. Ob eine zusätzliche Eisenzufuhr bei funktionellem Mangel einen positiven Effekt auf die Erythropoese haben kann, ist bisher nicht geklärt.

 

Therapie des Eisenmangels

Nach Möglichkeit orale Zufuhr. Bei parenteraler Applikation z. B. Eisen(III)-Hydroxid-Saccharose-Komplex, 100-200 mg zweimal pro Woche.

 

Literatur

Neumeister B. Klinikleitfaden Labordiagnostik. Urban & Fischer 2003

Darveau M. Bench-to-bedside review: Iron metabolism in critically ill patients. Crit Care 2004; 8: 356-362

Siehe auch

Klinisches Beispiel

 


Kategorie: Physiologie

 

Letzte Änderung: 17.04.2008