Digitaler, Internet-basierter Workflow

Viele Arbeiten bzw. Abläufe sollen ortsunabhängig gestaltet werden, sodass sie nach Möglichkeit auch von weit entfernten Teilnehmern problemlos und mit hoher Qualität durchgeführt werden können. Präsenzzeiten, also „echte, physische“ Treffen sollen grundsätzlich weiterhin stattfinden, sollen aber möglichst Zeit-effizient organisiert sein, sodass sie den einzelnen Teilnehmern einen Mehrwert (in- und außerhalb des Projekts) bringen (fachlicher Austausch, Brainstorming, Besprechung von Themen die von Angesicht zu Angesicht einfacher zu bereden sind, Socialisen und Networking).

Analog zum Konzept des „Home Office“, welches – zumindest theoretisch – ähnliche Ideen und Strategien verfolgt, liegt der Aufbau einer entsprechenden digitalen, Internet-basierten, Infrastruktur zur Zusammenarbeit (Kollaboration) nahe. Da es sicher nicht in unseren Bereich fällt, eigene Technologien oder Software zu entwickeln, ist es ratsam, bereits in der Industrie bewährte Lösungen an unsere Bedürfnisse anzupassen.

Im Speziellen hat die Softwareentwicklung ähnliche Herausforderungen zu bewältigen (verteilte Teams, Notwendigkeit für Reviews, Qualitätssicherung, Projektmanagement). Besonders die Community-basierte Entwicklung von freier Software, bei welcher Programmierer ehrenamtlich und geographisch oft weit verteilt sind, weist große Parallelen zu unserer Situation auf. Lösungen wie verteilte Versionsverwaltungssysteme und Kollaborations-Web-Plattformen mit Diskussions- und Projektmanagementfunktionen sind seit Jahren in diesen Bereichen populär und werden steig weiterentwickelt.

Einige dieser Techniken, z. B. das verteilte Versionsverwaltungssystem Git, wurden schon seit über 10 Jahren bei der Entwicklung der AASS eingesetzt. Auch das mittlerweile zur Erzeugung des Kompendiums eingesetzte System der Sphinx-Toolchain war ursprünglich eigentlich als Dokumentationssystem der Programmiersprache Python gedacht und hat sich mittlerweile in vielen anderen Publikationsprojekten bewährt.

Es erschient somit logisch, die vorhandenen Werkzeuge zu nutzen und Tätigkeiten bzw. Anforderungen wie Diskussionen, Arbeitspläne, Review u. ä. zumindest teilweise über solche Kollaborationsplattformen zu realisieren. Problematisch kann sein, dass deren Bedienung sich vor allem an den Bedürfnissen von Entwicklern orientiert und damit unerfahrene Mitarbeiter oft ein gewisses Verständnisproblem haben. Das wird sicher dadurch verstärkt, dass wir gegenwärtig noch keinen vorgegebenen Workflow haben wie Standardaufgaben (Review, Zweige in der Versionsverwaltung etc.) zu erledigen sind – wir sind generell noch in einem Ausprobierstadium.

Essentiell ist es somit einen gewissen Grundstock an technisch versierten Mitarbeitern zu haben, die den weniger Technik-affinen Hilfestellung geben bzw. diesen derzeit noch komplizierte Arbeitsschritte abnehmen, Bedienungsprobleme identifizieren können und Vorschläge für gute Standard-Workflows machen.

Digitale Workflow-Plattform

Gitlab™ (https://gitlab.com) ist eine Web-basierte Plattform, welche einerseits einen relativ bequemen Zugriff auf die Versionsverwaltung (Git) ermöglicht, andererseits aber wesentliche Möglichkeiten für das Projektmanagement bietet (virtuelle Whiteboards, Ticket-System, Wiki, Diskussionsfunktionen, …). Außerdem erlaubt es die Bearbeitung von Textdateien direkt im Webbrowser, ohne dass sonst irgendwelche Software installiert werden muss.